Weingut Willi und Peter Kaul, Hackenheim, Rheinhessen
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Weingut

In der vierten Generation


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Philosophie

Weingut Willi und Peter KaulAls Familienweingut bewirtschaften wir unsere Weinberge in Hackenheim (Rheinhessen) und Bad Kreuznach (Nahe).

Unser Schwerpunkt liegt in der Herstellung fruchtig trockener Weißweine und holzfassgereifter Rotweine aus traditionellen Rebsorten unserer Region wie Riesling, Silvaner, Müller-Thurgau, Spätburgunder und Portugieser.

Für die internationale Note in unserem Weinangebot sorgt seit einigen Jahren auch holzfassgereifter Chardonnay.

Durch unser betriebsinternes Qualitätsmanagment werden potentielle Prädikatsweine (Spät- und Auslese) als solche nur im edelsüßen Bereich angeboten. Alle anderen Weine werden zu Qualitätsweinen mit geografischer Herkunftsbezeichnung Nahe bzw. Rheinhessen abgestuft.

Weingut Willi und Peter Kaul90 % unserer Weine liegen im fruchtig trockenen Bereich. Nur unsere Selektionsweine aus unserer Spitzenlage, dem Hackenheimer Kirchberg, sind durch die Einzellagenbezeichnung und die Sonderausstattung besonders gekennzeichnet.

Wir tragen den unterschiedlichen Rebsorten, Jahrgängen und Bodenarten, bei der Weinbereitung Rechnung, indem wir unseren Weinen ihre Eigenarten und Besonderheiten lassen, so dass Sie niemals uniform wirken.

Analysenwerte und moderne Kellertechnik sind hilfreich, aber wichtiger für uns ist der Gaumen, um einen Wein beurteilen zu können. Der größte Teil unserer Reben wächst auf einem Plateau zwischen Hackenheim und Bad Kreuznach mit steinigen, leichten, sandigen Kiesböden.

Weingut Willi und Peter KaulHier verläuft auch die Grenze zwischen den Weinanbaugebieten Nahe und Rheinhessen, die Weine werden durch diesen Bodeneinfluss fruchtig, schlank und filigran.

Vom Kirchberg, südlich von Hackenheim Richtung rheinhessischem Hügelland gelegen, mit schwerem, speicherungsfähigem Ton und Lehmboden dagegen kommen kräftige, dichte und langlebige Weine.

Man findet am Kircherg heute noch Fossilien, hauptsächlich Turmschnecken, die aus dem Tertiärmeer des Mainzer Beckens stammen. (vor etwa 30 Millionen Jahren) Die Süd und Südwestseite des Hackenheimer Hausbergs gehört zu besten Weinlagen Rheinhessens. Hangneigung, Sonnenscheinstunden, Kleinterrassen, Mikroklima in Verbindung mit alten Reben und einem qualitätsorientiertem Weinanbau, bieten beste Vorrausetzungen für hochwertiges Traubenmaterial und einen besonderen Genuss im Glas.

Unsere Produkte verkaufen wir überwiegend an Privatkunden in ganz Deutschland. Ein Teil geht in die gehobene Gastronomie sowie in den Export (Japan, Frankreich und Belgien).

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Unserer Familie

Ahnenforschungen führen uns zurück zum Anfang des 18. Jahrhunderts. Damals entstammte unsere Familie aus Hallgarten bzw. Feilbingert an der Nahe. Mitte des 19. Jahrhunderts war Christian Kaul der erste Kaul in Hackenheim. Die Eheleute Peter und Katharina Kaul geb. Fels hatten sechs Kinder. Drei Töchter und drei Söhne.

Der älteste Sohn Adam Peter Kaul heiratete 1939 seine Frau Katharina geb. Enders, und übernahm den Betrieb. drei Söhne gingen aus dieser Ehe hervor. Auch hier wurden der älteste Sohn, Willi Kaul und seine Frau Hannelore geb. Wilhelm Betriebsnachfolger - das war im Jahr 1969.

Drei Söhne machen die Familie komplett. Der Älteste, Peter Kaul, verheiratet mit der Französin Sandrine Kaul-Robin, ist seit April 2005 neuer Inhaber des Weingutes. Die zwei „Mademoiselles“ der jüngsten Kaul Familie heißen Emeline (geb. 2001) und Laurine (geb. 2005).

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Historie unseres Betriebes

Peter Kaul, Urgroßvater des heutigen Besitzers hat den Hof im Jahre 1900 gebaut, das heißt den größten Teil davon, das Wohnhaus, den ehemaligen Stall und die Scheune. Man kann sich heute kaum noch vorstellen, wie viel Schweiss in dieser Zeit mit einem solchen Vorhaben verbunden war.

Allein die Beschaffung des Baumaterials war mühsam und zeitaufwändig. Die Natursteine wurden mit dem Pferdefuhrwerk aus einem Steinbruch in dem sechs Kilometer entfernten Neu Bamberg geholt. Unzählige Fahrten waren notwendig bis diese Gebäude errichtet waren. Bei diesen Transportarbeiten haben sich die Bauern gegenseitig geholfen.

Womit wir bei der Entwicklung des Betriebes in diesen vier Generationen wären. Zu Peters Zeiten Anfang des 20. Jahrhunderts war er ein kleiner Bauernhof. Nur ein Paar Hektar Ackerland und wenige Weinberge aber ansonsten gab es alles, was zu einem solchen Hof gehörte: Kühe, Schweine, Hühner und ein Pferdegespann gehörten dazu. Gesunde kräftige Pferde, mit denen man gut arbeiten konnte, das war der Stolz eines jeden Bauern, sie gehörten fast zur Familie.

Es wurden Getreide, Futterrüben, Kartoffeln und Klee angebaut. Auf vielen der meist kleinen Felder standen zusätzlich auch Obstbäume. Ein Gemüsegarten war selbstverständlich, Selbstversorgung. Fast alles diente zur Ernährung der Menschen und der Tiere. Nur die paar Fässer Wein, die wurden verkauft. Selbst getrunken hat man nur Haustrunk, ein leichter Wein aus mit Zucker und Wasser vergorenen Traubentrestern. Mit vergoren wurde je nachdem noch etwas Saft von typisch herben Birnen und Äpfeln. „Guten Wein“ gab es nur an Feiertagen und wenn man besonders schwer gearbeitet hat, wenn Besuch da war oder wenn jemand krank war und wieder zu Kräften kommen musste.

Die Strukturen und die Arbeitsweise der landwirtschaftlichen Betriebe änderten sich in dieser Zeit nur sehr langsam und blieben bis lange nach dem 2. Weltkrieg erhalten. Arbeiterleichterungen durch Maschinen und Geräte wie z. B. die Mähmaschine waren schon große Errungenschaften. Viele Menschen arbeiteten damals in unserem Betrieb. Neben den Arbeitskräften der Familie waren das noch ein bis zwei Tagelöhner und mehrere Frauen, die nach Bedarf häufig im Betrieb waren.

Noch in den 50er Jahren fuhren wir mit einem Pferdegespann und eisenbereiften Wagen. Erst 1959 kauften wir den ersten Traktor, einen 24 PS starken Lanz-Bulldog.

Die revolutionären Erneuerungen in dieser Zeit, wie z.B. der Mähdrescher, erregten, besonders bei den älteren Bauern, zunächst Misstrauen, denn die Technik funktionierte oft nur mangelhaft, es gab Verluste bei der Ernte, die schweren Maschinen hinterließen auf feuchtem Ackerboden tiefe Spuren. Das war für einen Bauer, der früher jeden Halm und jedes Korn geachtet und vom Boden aufgelesen hat, ein Horror. Doch die Technik verbesserte sich. Sie war nicht aufzuhalten und brachte große Arbeiterleichterungen, verursachte aber auch ungewohnte Kosten.

Weniger Leute konnten und mussten mehr Flächen bearbeiten um wirtschaftlich zu überleben. Der Zuckerrübenanbau kam dazu. Die Selbstversorgung spielte nur noch eine untergeordnete Rolle. Getreide, Kartoffeln, Rüben, Milch, Eier, Masttiere wurden verkauft. Die zunehmenden Kosten mussten finanziert werden.
Doch mit gleichbleibenden oder sogar sinkenden Erzeugerpreisen (z.B. ist der Getreidepreis heute nur die Hälfte von 1984) wurden die vielen kleinen Betriebszweige uninteressant und nacheinander aufgegeben - Kühe, Schweine, Hühner, Ackerland, alles längst Vergangenheit.

Unser Betrieb entwickelte sich über die Jahrzehnte vom typischen Mischbetrieb immer mehr in Richtung Weinbau.

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